Unterlagen für die Studierenden der SUP-LV an der Universität Graz im SS 2004, Stand: 28.7.2004

Gliederung:

a) Stoff bis zu den Osterferien 2004
b) Stoff im Zeitraum nach Ostern bis Ende Mai 04
c) Stoff Juni 04
d) Referate der Studierenden (zum Download)
 
 

a) Stoff bis zu den Osterferien 2004

Lehrziel: Vermittlung ausführlicher Kenntnisse zu Instrumenten der Umweltfolgenabschätzung, bes. zur SUP (EU-Richtlinien-Umsetzung für 25 MS verpflichtend vor 21.7.2004!)
Zweiteilung der LV: Vor Ostern Umfeld der SUP, nach Ostern SUP im Zentrum (Methoden, Verfahren, Fallbeispiele, ...)
Lehrmethodik: Vortrag, Diskussion, Gruppenarbeiten, Referate, Einladung externer Fachleute
Benotung: setzt sich aus den vier Teilen (1) Mitarbeit, (2) Referat (15-20 Minuten, Folien) samt Diskussion, (3) schriftliche Fassung des Referats (3-4 S.) und (4) kurze mündliche Prüfung zusammen (am Ende des Semesters)

Benutzung des Internets (Daten, Rechtsgrundlagen usw.), zum Teil englische Quellen
UVP: environmental impact assessment (EIA)
SUP: strategic environmental assessment (SEA)
Vor Ostern: Agenda 21, Umweltsituation Europa und Österreich, EMAS, TA, LCA („Ökobilanz“), Geschichte der UVP, UVP-Richtlinie und österr. UVP-G 2000, Espookonvention, laufende UVP-Verfahren in A (UBA)
Nach Ostern: Verfahren, Methodik, SUP-Protokoll UNECE, Öffentlichkeitsbeteiligung, Fallbeispiele nat. und int.; Nachbarbereiche GVP, policy EA, sust. IA, Indikatoren; gesammelte Erfahrungen, Leitfäden und Studien, Konferenzen, Entwicklung sowie Ausblick und Perspektiven
 

URLs für Grundlegendes zur UVP/SUP: www.anidea.at, www.lebensministerium.at/umwelt, Menüpunkte UVP/SUP, www.umweltbundesamt.at, Menüpunkt UVP/SUP/EMAS, www.arbter.at
Wissen zur SUP ist aktuelles Wissen, Kontext zu Plänen und Programmen von Behörden, zu politischen Entscheidungen, zu Fragen von BürgerInnen-Beteiligung; Transparenz von Planungen, Bewertung derer Umweltauswirkungen, Kostenaspekt, Umweltrechtbezüge, Praxisrelevanz, aber auch theoretischer Hintergrund und wachsendes Forschungsgebiet
Literaturliste.
Bei Fragen zum Referat o.ä.: office@anidea.at
 

Definition:
Eine UVP ist ein systematisches und formalisiertes (=rechtlich geregeltes) Verfahren, um die [erheblichen] Umweltauswirkungen von Projekten zu analysieren, zu beschreiben, zu bewerten und zu dokumentieren, wobei die Öffentlichkeit und andere Behörden eingebunden werden und die UVP-Ergebnisse bei der Entscheidung berücksichtigt werden
SUP: ... Umweltauswirkungen von Plänen und Programmen („Strategien“) ...
Nächsthöhere Ebene: Gesetze und Verordnungen (policy environmental assessment)

Warum ist UVP/SUP überhaupt nötig, wo sind Umweltprobleme EU-weit, national, in der Steiermark, in Graz?
Um Umweltschutz-Fortschritte messen zu können, sind Umweltqualitätsziele (UQZ) und Indikatoren (quantitativ, qualitativ) zur Messung ihres Erreichungsgrades notwendig, Beispiele LUST Stmk, LA 21 Graz

Grundlage: Die Umwelt in Europa – Der 3. Lagebericht, Zusammenfassung, Europäische Umweltagentur, Kopenhagen 2003, www.eea.eu.int
Bereiche: Nutzung natürlicher Ressourcen, Energie, Verkehr, Tourismus, Industrie, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Klimaveränderung, Ozonschicht, Luftverschmutzung, Gefährliche Chemikalien, Abfall, Wasser, Boden, Gefahren, Biologische Vielfalt und menschliche Gesundheit

UVP
Projektebene, Umweltauswirkungen
UVP-Verfahren (Pioniergesetz: NEPA 1969)
EU-RL 1985 (85/337/EWG), Änderungs-RL 1997 (97/11/EG), Espoo-Konvention für grenzüberschreitenden Kontext
UVP-G 2000 (davor UVP-G, BGBl. 697/1993), am 11.8.2000 in Kraft getreten
EU-Richtinie zur UVP:
Article 3: EIA definition, process according to Articles 4 to 11
Article 4: Screening ? Annex I, Annex II and Annex III (criteria)
Article 5: Developer information (Annex IV)
Article 6, 7: Participation of authorities likely to be concerned and the public; other Member States
Article 8: Influence on decision-making
Article 9: Information on the decision-making
Annex I: EIA Projects (21 groups)
Annex II: EIA Projects; case-by-case or thresholds/criteria
Annex III: Selection criteria
Annex IV: Information referred to in Article 5 (1)
Directive as base for all Member States (deadline: March 14, 1999)
UVP-G 2000:
1. Abschnitt: Aufgabe von UVP und Bürgerbeteiligung, §§ 1-3
2. Abschnitt: UVP und konzentriertes Genehmigungsverfahren, §§ 4 – 23
3. Abschnitt: UVP für Bundesstraßen und Hochleistungsstrecken, §§ 23a – 24h
4. Abschnitt: Besondere Bestimmungen für wasserwirtschaftlich bedeutende Vorhaben, §§ 24i – 24l
5. Abschnitt: Umweltrat, §§ 25 – 29
6. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmung, §§ 39 – 47 (§§ 30-38 aufgehoben)
Anhang 1: Projektaufzählung, 3 Spalten (UVP-Verfahren, vereinfachtes Verfahren, Vorhaben in schutzwürdigen Gebieten, Einzelfallsprüfung erforderlich, eventuell vereinfachtes Verfahren nötig), 88 Ziffern
Anhang 2: Einteilung der schutzwürdigen Gebiete in die Kategorien A bis D

Neuerungen gegenüber dem alten UVP-G vor der Änderungs-RL 97/11/EG:
Ausweitung des Anwendungsbereiches (von 50 auf 88 Vorhabenstypen)
Neugestaltung des Anhangs (3 Spalten)
Flexibilisierung und Verkürzung der Verfahrensdauer, Einführung des vereinfachten Verfahrens (Spalten 2 und 3)

UVP-G 2000:
Schutzgüter: Menschen, Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume; Boden, Wasser, Luft und Klima; Landschaft; Sach- und Kulturgüter
Anwendungsbereich: Abfall- und Energiewirtschaft (1-3 bzw. 4-6), Umgang mit radioaktiven Stoffen (7-8),  Infrastrukturprojekte (9-24), Bergbau (25-29), Wasserwirtschaft (30-42), Land- und Forstwirtschaft (43-46), Industrie (47-88)
Wesentliche Merkmale: Konzentriertes Verfahren, integrative Bewertung, Beteiligung der Öffentlichkeit
UVP-Behörde 1. Instanz: Landesregierung
Rechtsschutz: Berufung (Frist 4 Wo.) gegen erstinstanzlichen Bescheid an den Umwelt-senat (Bundesgesetz über den Umweltsenat) möglich, ebenso Beschwerde an Verfassungs- bzw. Verwaltungs-Gerichtshof
Besondere Schutzgebiete (4 Klassen)
Änderungen von Projekten, Kumulation
Straßen- und Eisenbahnvorhaben

Screening: Welche Projekte werden geprüft?
Scoping: Prüfumfang zeitlich, örtlich und sachlich (Indikatoren, Alternativen, Ausgleichs-, Minderungs- und Ersatzmaßnahmen, ...): Systemabgrenzung, Festlegung des Untersuchungsrahmens
Dokumente: UVE (6 Wochen Auflage) und UVG (4 Wochen Auflage) zur Ermittlung der Umweltaus-wirkungen, Information und Konsultation
Entscheidung: UVP zu berücksichtigen
Nachkontrolle (Monitoring)
Verfahrensdauer: 9 bzw. 6 Monate (vereinf. Verf.)
Parteien können berufen, nehmen an der mündlichen Verhandlung teil, es sind:
Nachbarn, Personen nach anzuwendenden Verwaltungsvorschriften, Umweltanwalt, wasserwirtschaftliches Planungsorgan, Stand-ortgemeinde und angrenzende Gemeinden, BürgerInnen-Initiativen (im vereinfachten Verfahren nur Beteiligtenstellung mit Akten-einsichts-Recht) mit mindestens 200 Pers.

Erfahrungen mit der UVP-RL 1997-2001:
Einzelfallprüfung wird selten angewendet
Große Bandbreite bei Schwellenwerten
Zahl der UVPS schwankt erheblich
Scoping: Große Bandbreite
Bis zu 50% der UVE genügen nicht den RL-Anforderungen
Alternativen: Große Bandbreite
Öffentlichkeitsbeteiligung: Unterschiedliches Interesse
Berücksichtigung der Artenvielfalt verbesserungsfähig
Gesundheitliche Auswirkungen kaum berücksichtigt
Qualitätskontrolle: Wenig Maßnahmen vorgesehen
Empfehlungen für Maßnahmen/Initiativen abgeleitet:
MS sollen UVP-Gesetze überprüfen und allfällige Unzulänglichkeiten beheben
Jährliche Berichterstattungn empfohlen (in Österreich durch das UBA)
Ausreichendes Screening
Leitäden stärker nutzen
Maßnahmen zur Qualitätskontrolle einführen/ausbauen
Schulungsmaßnahmen in manchen MS nötig
Espoo-Konvention mehr nutzen
Daher werden fünf Initiativen  von der Kommission angeregt

ÜBUNG: Wie könnte eine geeignete Website für UVP-Belange in der Steiermark aussehen?
Annahme: Einsprachig, Navigationsframe und Frame mit Inhaltspunkten
Welche Inhaltspunkte würden Sie für wichtig empfinden?
Weitere Features der Website?

Erfahrungen mit dem UVP-G 2000:
Stichtag: 1. März 2002 (seit 1.1.1995)
34 Verfahren (konz. Genehmigungsverfahren) eingeleitet, davon 23 positiv abgeschlossen, 8 anhängig, 1 ruhend, für 2 Vorverfahren eingeleitet
Verfahrensdauer: 1995/96 noch 34-35 Monate, 2001 dagegen nur 8 Monate
Verfahren Hochleistungsstrecken: 15 Verfahren zur Erlassung einer Trassenverordnung, 8 erlassen, 6 lfd., 1 eingestellt
Bis 1.11.1999 gab es 93 Bürgerbeteiligungsverfahren (im UVP-G 2000 nicht mehr vorh.), 20 für Anlagen, 73 für Trassenverordnungen
Alle Verfahren Ö 1/1995-11/1999 (Genehmi-gungs-, Feststellungs- und Bürgerbeteiligungsverfahren): 236, davon 168 abgeschlossen (Vgl. EU 1997-2001: 852)
Alle Verfahren Ö 12/1999 – 3/2002: 65
Stärken des UVP-Verfahrens: Verfahrens- und Entscheidungskonzentration, integrierte (gesamthafte) Prüfung der Umweltauswirkungen, Akzeptanzsteigerung (Öffentlichkeitsbeteiligung, dabei zwischen 1 und 1200, bei Trassenvorhaben sogar bis zu 9100 Personen involviert)

Espoo-Konvention (bis 1.3.2002): 3 Verfahren (Slowakei, Deutschland, Liechtenstein)

Arhuskonvention:
Vor allem die drei Säulen
Umweltinformation (Art. 4,5)
Öffentlichkeitsbeteiligung (Art. 6-8)
Zugang zu Gerichten (Art. 9)
Ein Resultat dieser Konvention:
Umsetzung der Richtlinie 2003/35/EG über die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Ausarbeitung bestimmter umweltbezogener PPs ... und [zur] Öffentlichkeitsbeteiligung und den Zugang zu Gerichten, spätestens bis 25.6.2005
 

b) Stoff im Zeitraum nach Ostern bis Ende Mai 04

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme)/Ökoaudit:
Rechtsgrundlage: Verordnung 761/2001 des EP und des Rates vom 19.3.2001 über die freiwillige Beteiligung von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung
In Österreich durch BGBl. I Nr. 96/2001 umgesetzt (Umweltmanagementgesetz), am 8.8.2001 in Kraft getreten
--> www.emas.gv.at
Stichworte zur EMAS-Struktur:
Umweltprüfung / Umweltmanagementsystem (UMS) / Umweltpolitik des Unternehmens / interne Umweltbetriebsprüfung / Umwelterklärung / Umweltbegutachtung (durch externen Prüfer) / Umwelterklärung-->Registrierungsstelle-->EMAS-Eintragung
Um diese EMAS-Eintragung aufrecht zu halten, muss das Unternehmen laufend Umweltbetriebsprüfungen durchführen, jährlich seine Umwelterklärung aktualisieren und spätestens innerhalb von 36 Monaten erneut eine Umweltbegutachtung durch einen zugelassenen externen Umweltgutachter vornehmen lassen
 

Auszüge aus der wissenschaftlichen Begleitstudie zur SUP des Wiener Abfallwirtschaftskonzepts --> Studie ist im SUP-Bereich des BMLFUW downloadbar
 

UVP-Datenbank des Umweltbundesamtes --> www.umweltbundesamt.at innerhalb des UVP/SUP/EMAS-Webcontents
 

Richtlinie 2003/35/EG:
Umzusetzen bis spätestens 25.6.2005 von allen (seit 1.5.04) 25 Mitgliedstaaten
Artikel 1: Ziel
Artikel 2: Öff.beteiligung bei sechs aufgeführten Plänen/Programmen (Anh. I)
Artikel 3: Änderung UVP-RL
Artikel 4: Änderung IPPC-RL (Anh. II)
Artikel 5-8: Berichte + Überprüfung, Umsetzung, Inkrafttreten, Adressaten

Öffentlichkeitsbeteiligung (UVP und SUP), Einteilung der Methoden in vier Gruppen:
ÖB durch Information (öffentliche Planauslage, Printmedien, audiovisuelle Medien, "neue" Medien wie Internet)
ÖB durch Partizipation (Anhörung, Erörterungstermin, BürgerInnenversammlung, Arbeitsgruppe, BürgerInnenbeauftragte)
ÖB durch Kooperation (Workshop, Runder Tisch, Planungszelle, Zukunftswerkstatt)
ÖB durch Mediationsverfahren --> s. UVP-G 2000 § 16(2)!
Alle Methoden haben ihrer spezifischen Vor- und Nachteile --> kein "Kochrezept"!
 

SUP-Richtlinie der EU (2001/42/EG):
Aufbau: 20 Gründe, 15 Artikel und 2 Anhänge
Umzusetzen vor dem 21.7.2004 von allen 25 Mitgliedstaaten (MSt.)
Da Richtlinie (und nicht Verordnung) wird es wohl verschiedene nationale Umsetzungen geben,  („Subsidiaritätsprinzip“ der Union), Richtlinie selbst überlässt einige Regelungen explizit den MSt.
Prozedurale Richtlinie, MSt. müssen diese mit „Inhalt“ füllen (hauptsächlich Verfahrensaspekt)

Gründe: U.a. Vorsorgeprinzip, Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Verbesserung ihrer Qualität, Schutz der menschlichen Gesundheit, umsichtige und rationelle Verwendung der natürlichen Ressourcen; nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt

Art. 1: Ziele
Art. 2: Begriffsbestimmungen (Pläne und Programme, Umweltprüfung, Umweltbericht, Öffentlichkeit)
Art. 3: Screening (Geltungsbereich)
Art. 4: Allgemeine Verpflichtungen
Art. 5: Umweltbericht
Art. 6+7: Öffentlichkeitsbeteiligung (Konsultationen, grenzüberschreitende Konsultationen)
Art. 8: Entscheidungsfindung
Art. 9: Bekanntgabe der Entscheidung
Art. 10: Überwachung (Monitoring)
Art. 11: Verhältnis zu anderen Gemeinschaftsvorschriften
Art. 12: Informationen, Berichte und Überprüfung
Art. 13: Umsetzung der Richtlinie
Art. 14: Inkrafttreten
Art. 15: Adressaten

Anhang I: Bestandteile Umweltbericht:
Inhalt/Ziele des Plans/Programmes
‚Null-Variante‘
Umweltmerkmale/Umweltprobleme des betroffenen Gebietes
Berücksichtigte Umweltschutzziele
Voraussichtl. erhebliche Umweltauswirkungen
Geplante Maßnahmen zur Verhinderung/
Verringerung der neg. Umweltauswirkungen
Geplante Monitoringmaßnahmen
Nichttechnische Zusammenfassung

Anhang II: Screening-Kriterien, 2 Gruppen

Empfehlung: RL-Text auszudrucken, etwa per www.anidea.at --> UVP/SUP-Recht --> SUP-RL --> SEA Directive in allen Amtssprachen der EU

Mag.a Feldmann's Referat zur SUP-RL:
Hintergrund:
Zeitrahmen: 4,5 Jahre von Kommissionsvorschlag bis endgültige Annahme
von Kommissionsvorschlag bis zum Gemeinsamen Standpunkt: 3 Jahre und 4 Monate
13 Verhandlungsrunden in Ratsarbeitgruppe Umwelt
6 Präsidentschaften (NL, DE, FIN: politische Einigung, PT: gemeinsamer Standpunkt, F, S: Schlichtungsverfahren und Annahme)
4 Komitees des EP (ENV, ECON, JUR, CULT)
3 Stellungnahmen des ADR und WSA

Artikel 2 (a): Definition/formale Elemente
Annahme durch Behörde (national, regional, lokal) und
aufgrund von Rechts/Verwaltungsvorschriften erstellt

Artikel 3: Geltungsbereich (Screening)
Obligatorischer Bereich: Abschließende Liste der Planungsbereiche UND Rahmensetzung für künftige Projekte der UVP-RL 85/337/EG sowie Pläne, die eine Prüfung nach Art. 6 oder 7 der FFH-RL 92/43/EWG erfordern
Voraussichtlich erhebliche Umweltauswirkungen sind Vorannahme
Screening-Ergebnis (Art. 3,(3) und (4)) entscheidet ob die Richtlinie voll zur Anwendung kommt
Ziel: Feststellung der voraussichtlich erheblichen Umweltauswirkungen
Pläne/Programme betreffend Nutzung kleiner Gebiete auf lokaler Ebene
Geringfügige Änderungen von Plänen/Programmen
Pläne/Programme, auch in anderen Bereichen, die den Rahmen für andere Projekte setzen

Flexibilitätsklausel (Art. 5(2))
Vernünftigerweise zu verlangende Angaben
Gegenwärtiger Wissensstand + aktuelle Prüfmethoden
Inhalt + Detaillierungsgrad
Stellung im Entscheidungsprozess
Verfügbare relevante Informationen von anderen Ebenen/Rechtsvorschriften können herangezogen werden
 

Österreichische SUP-Aktivitäten:
Abgeschlossene Pilotprojekte (Regionalprogramm Tennengau, Abfallwirtschaftsplan Wien, Flächenwidmungsplan Weiz, teilw. Kommunales Energiekonzept Graz, Entwicklungsraum Nordosten Wien = "SUPerNOW", Abfallwirtschaftsplan Land Salzburg)

Abgeschlossene Studien (Auswahl, das meiste ist im Netz auf den SUP-Seiten des BMLFUW):
„Konzept-UVP“, SUP-Ansätze und -erfahrungen (national/international)
Machbarkeit SUPs für Ziel 2-Programme
Rahmenkonzept „Entwicklungschancen für den Nö. Donauraum“
Demonstrationsstudie Donaukorridor/TEN
Umweltbeurteilung von Gesetzen und Verordnungen in der Steiermark
Integrationsmöglichkeiten der SUP in die nominelle und funktionelle Raumordnung („Weberstudie“)
Screening-Studie (Die Beurteilung der Erheblichkeit von Umweltauswirkungen – Vorgehen und Kriterien für das Screening bei SUPs)

dzt. in Arbeit: Studie zur Bewertungsmethodik, Studie zum Monitoring, Studie zur Nachhaltigkeitsprüfung

Flankierende Aktivitäten (Auswahl):
Öffentlichkeitsarbeit (SUP-Tagung BMUJF 1996, Semmering-Workshop 1998 während der EU-Präsidentschaft Österreichs), Netzwerkkonzept SUP, „SUPport“ 2003
Schulung/Training (Workshop für Verwaltung 1997 und 2001/02 bzgl. SUP-RL)
Arbeitskreise (Länder-AG zur SUP-Umsetzung, AG Verkehrsplanung und SUP)
Aufsätze/Vorträge zu österreichischen SUPs auf Tagungen/Kongressen, SUP-Handbuch
Zwei Unterlagen zu SUP und Raumplanung (ÖROK, Amtsdirektorenkonferenz Bundesländer)

Umsetzung bis dato: Wasserrechtsgesetz (Bund), Raumordnungsgesetz Land Salzburg sowie  Niederösterreichisches Raumordnungsgesetz und Kärnter Umweltplanungsgesetz (Näheres demnächst unter "c) Stoff Juni 04")
 

c) Stoff Juni 04

Fallbeispiel SUP FWP 3.0 Weiz --> Berichte im Netz (BMLFUW)

Wichtige Aspekte davon:
Gegenstand: Dritte Revision (FWP 3.0) des Flächenwidmungsplans der Stadtgemeinde Weiz (ca. 9.200 EW), keine Verzögerung und keine Kosten durch SUP von Seiten der Gemeinde her verlangt
Verfahren nach altem RL-Vorschlag der EU zur SUP, aber dieser ist in wesentlichen Punkten ident mit dem nach der gültigen RL

Ziel: Sammlung prozeduraler, methodischer und organisatorischer Erfahrungen und deren Auswertung
Hauptprodukt: Umwelterklärung (in gültiger RL-Terminologie „Umweltbericht“ genannt)
Start: Aufstellung eines "Projektfahrplans"

„Meilensteine“: Scopingprozess samt Konsultation mit Umweltbehörde, Erstellung der Umwelterklärung, Auflage FWP-Entwurf und UE mit Öffentlichkeitsbeteiligung, endgültig beschlossener FWP und Info über Berücksichtigung der UE/Öffentlichkeitsbeteiligung

Akteure: Gemeinderat, Amt der Landesreg., Öffentlichkeit; BM, Architekturbüro (Ortsplaner) und An !dea sowie ExpertInnen (zB Luft, Naturschutz)
Start: Ende 1997, Ende: Sommer 1998 mit Vorlage UE

Insgesamt drei Scopingsitzungen: 19.1.98 in Graz, 11.2.98 und 12.5.98 in Weiz

Scopingdokument erarbeitet (Schutzgüter samt Indikatoren, räumliche und zeitliche [1998-2003] Abgrenzung), weiterhin: Planungsalternativen (zwei Varianten, Istzustand und FWP 2.0), Methodik, Umweltziele, Festlegung der (25) Schlüsselflächen
Zusätzliche Begehung dieser am 22.6.98

Umwelterklärung (acht Kapitel), deren zentrales Element sind Matrizen mit folgendem Aufbau:
Spalten: Nr. der Fläche / Ist-Zustand / FWP 2.0 / FWP 3.0 Var. A / FWP 3.0 Var. B
Zeilen: Allg. Beschreibung / Schutzgüter Umwelt / sozioökonomische Schutzgüter / Abwägung / Empfehlungen sowie Ausgleichs-, Minderungs- und Ersatzmaßnahmen

30.6.98 Infoveranstaltung der Gemeinde Weiz zum FWP (nach Stmk. ROG), 150-200 TN
9.9.98 SUP-Veranstaltung, beworben in „Weiz präsent“ auf vier A4-Seiten für jeden Haushalt
Ergebnis der Öffentlichkeitsbeteiligung: 15 Einwendungen zum FWP, keine Stellungnahmen zur UE (!)
Berücksichtigung der UE/Öff.bet.: Wesentliche Widmungsänderungen bei drei Schlüsselflächen
8.2.99 Beschlussfassung, FWP im Juni 99 rechtskräftig und kundgemacht (nach Prüfung)

Kurzer Abriss der SUP-Geschichte

1970: National Environmental Policy Act 1969 (U.S.) and California Environmental Quality Act (California)
Mid 70s: Public inquiries and environmental reviews of major proposals (Canada)
80s: EU discussions on EIA, 1985: EIA Directive
1987: Dutch EIA Act (covering some PPs, too)
1990: EA Process for Policy and Program Proposals (Canada)
1991: New Zealand Resource Management Act; UK Guide on Policy Appraisal and the Environment
1992: UNECE pilot study on EIA of Polices, Plans and Programmes
1992: Environmental Implications of Policy Papers (Hongkong)
1993: EA of Government Bills and other Proposals (Denmark)
1994: UK Guide on Environmental Appraisal of Development Plans; Assessment of White Papers and Government Proposals (Norway)

1995: E-Test by Cabinet Directive (Netherlands), dessen grundsätzlicher Aufbau:
15 Fragen zur Bewertung von Gesetzesentwürfen
1-7: business effects, 8-11: Umwelt, 12-15: Machbarkeit, Implementation, Durchsetzbarkeit & Vollzug
Fragen 8-11 zu:
Energieverbrauch & Verkehrsauswirkungen
Rohstoffverbrauch
Abfallströme, Emissionen in Luft, Boden, Oberflächengewässer
Flächenverbrauch/Landnutzung

1996: SEA Directive proposal EU
1998: Guidelines on EIA of Legislative Proposals (Finland); Arhus Convention UNECE
1999: Environmental Protection and Biodiversity Conservation Act (Australia); Act on EIA Procedure (applies to projects, policies, plans and programmes; Finland)
2000: Common position SEA Directive EU
2001: Adopting SEA Directive EU
2003: SEA Protocol UNECE
2003: Directive on public participation for certain PPs; Guidelines for the EU SEA Directive
2004: SEA Directive EU has to be transposed (deadline 21.7.2004)

Aktuelle Ergänzungen zur Literaturliste/Webseiten:

Köppel, Peters, Wende: Eingriffsregelung – UVP – FFH-VP, Ulmer UTB 2512, ISBN 3-8252-2512-7, erscheint im Juni 2004, 24,90 €, 320 S.
Thérivel: Strategic environmental assessment in action, Earthscan London, erscheint als paperback im August 2004, ca. 21 Pfund/37 €, 288 S.
Zusätzlich zu den bereits erwähnten URLs:
www.transport-sea.net
www.seanplatform.org
www.sea-info.net

Nachhaltigkeit und Integration als SUP-Schlüsselkonzepte

Nachhaltigkeit: LV behandelte bereits u.a. Agenda 21, LA 21, Nachhaltigkeitsindikatoren; Referat zur NH-Strategie Österreichs und ihren SUP-Verknüpfungen am 17.6.2004

Bemerkungen zum Integrationskonzept:
Integration der Umwelt in alle Politikbereiche, sogenannter “Cardiff-Prozess“
1.6.2004: Kommissions-Arbeitsdokument „Einbeziehung von Umweltbelangen in andere politische Bereiche – eine Bestandsaufnahme des Cardiff-Prozesses“ (Dokument KOM (2004) 394 endgültig), wesentliche Inhalte daraus:

1998 vom Europäischen Rat angestoßen
2001 EU-NH-Strategie Göteborg, 2002 im 6. Umweltaktionsprogramm (nicht mit FP6 zu verwechseln)
Bisher neun EU-Politikbereiche betrachtet: Landwirtschaft, Energie, Verkehr, EZA, Industrie, Binnenmarkt, Fischerei, Wirtschaft/Finanzen, Handel/Außenpolitik
Für jeden gibt es eineTabelle mit Sachstand (politische Verpflichtungen), vorrangigen Zielen der Einbeziehung von Umweltbelangen/bisherige Meilensteine
Wesentliche Resultate bisher:
Insgesamt gesehen „gemischte Ergebnisse“
Konkrete Verbesserungen in einigen Sektoren wie Energie (Erneuerbare Energien, Energieeffizienz), GAP-Reform (Landwirtschaft)
Aber: Allgemein mangelnde Einheitlichkeit, manche Fachräte sehen es als „Proforma-Übung“, Einhaltung von Verpflichtungen, Umsetzungs- und Überprüfungsverfahren sind verbesserungswürdig
Klarere Prioritäten und klarere Ausrichtung sowie strategischer Ansatz nötig
Zukünftige Vorgangsweise:
Jährliche Bestandsaufnahme nötig
Aufgaben an die einzelnen Fachräte, eingehend auf die geschilderten Kritikpunkte
Rat „Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen“ soll koordinieren
Ausdehnung auf Sektoren wie Tourismus, Forschung, Kohäsionspolitik und Bildung
Flankierende nationale Aktivitäten --> Explizite Erwähnung von UVP und SUP

Fallbeispiel SUP Regionalprogramm Tennengau (Vortragsauszug auf englisch)

Spatial Planning in Austria
There exists an “Austrian Spatial Planning Concept”, but spatial planning is a competence (legislation and execution) of the (nine) PROVINCES --> 9 diff. Acts!

Instruments in Styria
(1) Supra-local level
Provincial spatial planning programme, complemented by various sectoral development programmes
(16) Regional spatial planning programmes, for each one various sectoral development programmes
Municipality (Community or City), e.g. there are 543 municipalities within Styria plus the capital Graz

(2) Instruments at local level
Local development concept and various local sectoral development programmes
Zoning plan / Land-use plan
Building (regulation) plan(s)

Remarks to the case study itself

Important level between Salzburg Development Programme (provincial level, more or less abstract) and the local level (detailed planning measures)
13 municipalities, approx. 54,000 inhabitants, area of approx. 670 km**2
Programme preparations and SEA started in 1998, SEA was finished in 2001, programme adoption probably February 2002; time horizon: 10-15 years
SEA according to the old EU SEA proposal (of 1996)

Alternatives beside “no action”: full implementation of spatial planning goals (and Environmental Quality Goals, EQG) versus less restricted implementation (“pragmatic” approach, anticipation of political compromises)
Actors: Competent authority (Assembly of the Region, 13 Mayors, working groups); environmental authority; public; plus consultations with MoE, institute responsible for SEA, spatial planning authority, experts

Environmental statement/report: Main result was a matrix, its lines are (14) spatial planning instruments/measures in order to reach EQG, its columnes are  environmental impacts on planning alternatives 1 and 2 and the “no action” alternative
Complemented by description of alternatives and their goals, their impact on environment, recommendations plus mitigation measures
Full documentation exists, many mutual links with environmental report (ER)

ER “voted” 13 times for alt. 2 (“ecological alternative”), once for alt. 1 (“pragmatic approach”), decision-makers voted 7 * for alt. 1, 7 * for alt. 2
Drafted RDP, public participation phase, final RDP with more compromises compared with drafted RDP (“softening process”, working groups more “env. progressive” than Mayors)
Influence of SEA: Taken into account env. issues, more env. awareness, led to some substantial  environmental  measures (e.g. noise protection zones, “green” areas, housing development)

Some conclusions (selected):
Scope should not be unduly constrained, otherwise SEA will not be strictly strategic
Crucial: Appropriate communication processes and networks
Effectiveness of integration should be measured in the long term
Certain socio-economic impacts have to be included within SEA
 

SUP-Protokoll
Erweiterung der Espoo-Konvention (UVP im grenzüberschreitenden Kontext) auf die strategische Ebene, weitestgehend mit SUP-RL der EU konform, geht aber mit der Einbeziehung von Gesundheitsbehörden und -auswirkungen über diese hinaus
 

SUP-Umsetzung
a) Deutschland

Europarechtanpassungsgesetz Bau (EAG Bau), zwischenzeitlich vom Bundestag und Bundestag beschlossen worden: Bezüglich SUP wird das Baugesetzbuch geändert, um künftig für Bauleitpläne (in österreichischer Terminologie Flächenwidmungs- sowie Bebauungspläne) das SUP-Verfahren zu regeln

SUP-Gesetz, Regierungsentwurf vom 17.5.2004 --> siehe folgenden Link (pdf-file), wurde am 23.6.04 vom Bundeskabinett beschlossen und durchläuft nun die parlamentarische Prozedur.
 

b) Österreich --> am 24.6.2004

Bund: Wasserrechtsgesetznovelle
Bundesländer:
Salzburg: Raumordnungsnovelle beschlossen
Entwurf NÖ (Raumordnungsnovelle)
Entwurf Kärnten (Umweltplanungsgesetz)
Stand Steiermark: Am 29.6. im zuständigen Landtagsausschuss behandelt
 

SUP-Perspektiven

Nachhaltigkeitsprüfung (EU-Dokument zum "sustainability impact assessment")
Ausdehnung des Geltungs- und Anwendungsbereiches (weitere Pläne und Programme, eventuell auch auf Politiken = Gesetze, Verordnungen)
SUP-Prinzipien auf andere Bereiche anwenden, etwa das Schutzgut Gesundheit (im Rahmen einer GVP = Gesundheitsverträglichkeitsprüfung), auf Artenvielfalt/Biodoversität u.a.
Große SUP-Konferenz der IAIA (www.iaia.org) Ende September 2004 in Prag
 

d) Referate der Studierenden (Auswahl)
 
Abfallwirtschaftskonzept + SUP von M. Darmann, download ppt
SUP Abfallwirtschaft Salzburg von C. Hödl, download doc
NH-Strategie und SUP von F. Brence, download doc
UVP- und SUP-Beispiele von S. Weigl und A. Hagauer, download doc
UVP-G 2000 von M. Maritschnegg, download
EMAS in Österreich siehe diesen Link

 

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