An !dea's Tätigkeitsbericht für 2008

Das Österreichische Institut für die Entwicklung der Umweltfolgen­abschätzung (im englischen Sprachraum das “Austrian Institute for the Development of Environmental Assessment“, abgekürzt mit ANIDEA, im Logo “An !dea“) ist seit dem 2. Jänner 2001 aktiv.

Hiermit legt es den kurz gefassten Bericht über seine wesentlichen Tätigkeiten und Aktivitäten für das Jahr 2008 vor.


Forschungsprojekte

EU-Studien zur Umsetzung und Wirksamkeit der UVP- und SUP-Richtlinie

An !dea ist eingeladen worden, bei den beiden von der Europä­ischen Kommission beauftragten Studien “Study concerning the report on the application and effectiveness of the EIA Directive (85/337/EEC) and amendments“ sowie “Study concerning the report on the application and effectiveness of the SEA Directive (201/42/EC)” den jeweiligen österreichischen Part zu übernehmen.

Diese Studien untersuchen für alle 27 Mitgliedstaaten der Europä­ischen Union (EU), ob die genannten Richtlinien - also die zur Um­weltverträglichkeitsprüfung (UVP) und die zur strategischen Um­weltprüfung (SUP) - korrekt und vollständig in nationales Recht umgesetzt worden sind und wie sie in der Praxis wirken. Die Euro­päische Kommission lässt damit bereits das zweite Mal die UVP-Richtlinie evaluieren, während dies für die SUP-Richtlinie, welche spätestens mit 20. Juli 2004 in den Mitgliedsländern anzuwenden war, das erste Mal geschah.

Daher hat An !dea die Situation für Österreich bezüglich der Implementierung und Wirksamkeit der Umsetzung der UVP- und SUP-Richtlinien analysiert, wobei neben einer gründlichen Recherche auch Interviews mit ExpertInnen geführt worden sind. Als Ergebnis stehen zwei Berichte zur Verfügung, die folgende As­pekte beleuchten:

Für die UVP wurden der gesetzliche und administrative Rahmen geschildert, dann wurden verschiedene Umsetzungsaspekte unter­sucht (etwa zur Beteiligung der Öffentlichkeit oder zur Erweiterung der Liste, welche die zu prüfenden Infrastrukturprojekte enthält, die UVP-pflichtig sind), die Anwendung der UVP wurde analysiert (z.B. zu Stärken/Schwächen, den Auswirkungen der Empfehlungen des EU-Evaluationsberichtes von 2003, grenzüberschreitende UVPs oder der Nutzen von UVP-Leitfäden) und schließlich wurden die Wechselwirkungen der UVP mit anderen EU-Richtlinien erforscht (SUP-Richtlinie, Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, IPPC- und LPC-Richtlinie), bevor im abschließenden Kapitel Schlussfolgerungen gezogen wurden.

Für die SUP war der Bericht wie folgt strukturiert:

Zunächst wurde – wie bei der UVP – der gesetzliche und admini­strative Rahmen analysiert, was komplizierter ist als bei der UVP, da im Falle der SUP Kompetenzen des Bundes und der Länder berührt sind. Dann wurden wichtige Schritte innerhalb des SUP-Verfahrens untersucht (nämlich Screening, Scoping, Analyse des Ist-Zustandes, Planungsalternativen, vorausgesagte Umweltauswir­kungen des untersuchten Plans oder Programms, Monitoring und Umweltbericht) sowie weitere Aspekte beleuchtet, die der Europä­ischen Kommission ein Anliegen sind: Dazu zählen die Beteiligung der Behörden, die sich mit Umweltagenden befassen, die Beteili­gung der Öffentlichkeit, die Anzahl der jährlich durchgeführten SUPs, Kosten und Nutzen der SUPs sowie grenzüberschreitende SUP-Verfahren.  Ähnlich wie bei der UVP wurde dann die Bezie­hung der SUP-Richtlinie zu anderen Richtlinien (UVP-Richtlinie, Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und Seveso-Richtlinie) sowie zu EU-Aktivitäten im Bereich des Arten- und Klimaschutzes erörtert, bevor abschließend Empfehlungen und Vorschläge für eine allfällige No­vellierung der SUP-Richtlinie gegeben wurden.

ERASMUS-MUNDUS-Projekt TwoEA-M

Nach dem Abschluss des EU-Projekts “Promotion of European Education on Environmental Assessment for Third Country Audience“ (PENTA), welches An !dea gemeinsam mit der Techni­schen Universität Bratislava und der Universität Liverpool durchführte, hat die  EU-Generaldirektion Erzie­hung und Kultur für das gleiche Konsortium ein weiteres ERAS­MUS-MUNDUS-Projekt in Auftrag gegeben, welches sie wiederum mit 75% seiner Kosten fördert: Das neue Projekt wird mit TwoEA-M abgekürzt, was ausgeschrieben “Enhancing Attractiveness of Environmental Assessment and Management Higher Educa­tion“ bedeutet. Dieses Projekt hat am 1.12.2008 begonnen und weist eine Laufzeit von zwei Jahren auf. Es beschäftigt sich mit der universitären Ausbildung in den Bereichen Umweltfolgenabschät­zung und Umweltmanagement und vergleicht dabei die Situation in den EU-Ländern mit der ausgewählter südostasiatischer Länder, wobei in diesem Kontext vor allem China, Japan, Südkorea und Thailand zu nennen sind.

Als Ergebnis ist unter anderem angestrebt, die im PENTA-Projekt erarbeiteten Handbücher für Lektoren zur Umweltfolgenabschät­zung (i) um Umweltmanagement-Hoch­schulstudien zu erweitern sowie (ii) auf den südostasiatischen Kontext anzupassen, ein dem­entsprechendes Netzwerk aufzubauen und zu etablieren und dafür drei Konferenzen in Asien und eine Abschluss­konferenz in Graz (im 2. Halbjahr 2010) zu organisieren. Zusätzlich wird die neu einge­richtete Website www.twoeam-eu.net über alle wichtigen Projektfort­schritte Auskunft geben.

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Lehrtätigkeit

Der „Bolognaprozess“ erfordert die Umstellung der bisherigen Di­plomstudien auf Bakkalau­reats- und Magister-Studiengänge. Für das Studium der Umwelt­systemwissenschaften (USW) an der Universität Graz gibt es seitdem vier- bzw. sechsstündige „interdis­ziplinäre Praktika“ (IP) für die Bakkalaureats- bzw. Magister-Studie­renden.

Dr. Aschemann wirkte in zwei solcher vierstündigen IPs im Winter­semester 2007/08 mit. Das eine beschäftigte sich unter dem Titel „Streitfall S7: Pro und Contra Fürstenfelder Schnellstraße“ mit einem kontroversiell diskutierten Verkehsplanungsprojekt, das an­dere behandelte „Visionen und Konzepte für die urbane Mobili­tät“. Im Sommersemester 2008 war er an den IPs „UVP und SUP: Nachhaltigkeitsbewertung in der Praxis“ sowie „Technologie­folgenabschätzung am Beispiel Klima“ beteiligt.

Im Wintersemester 2008/09 schließlich leitete er ein IP für Magister­studierende mit dem Thema „Billigflieger, Interrail und Kreuz­fahrt: Umweltauswirkungen des Tourismus“.

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Öffentlichkeitsarbeit

Im Berichtszeitraum hat An !dea zahlreiche Öffentlichkeitsarbeit-Aktivitäten gesetzt, von denen einige kurz beschrieben werden.
Dabei geht es zunächst um Publikationen, die von An !dea verfasst worden sind und von denen einige angegeben werden:

Für den vierteljährlich erscheinenden Newsletter der “International Association for Impact Assessment“ (IAIA) ist für zwei der vier Aus­gaben des Jahres 2008 ein Beitrag geschrieben worden.

Für das im Oktober 2009 im Londoner Earthscan-Verlag erscheinende “SEA Handbook“ fungiert Ralf Aschemann als einer der sechs Her­ausgeber (neben Barry Sadler, Jiri Dusik, Thomas Fischer, Maria Partidario und Rob Verheem).

Für das Mitte 2008 erschienene “Lecturers’ Handbook on Envi­ron­mental Assessment“ hat Dr. Ralf Aschemann das Kapitel zur Öf­fentlichkeitsbeteiligung beigesteuert. Dieses Buch ist eines der Ergebnisse des von der EU geförderten PENTA-Projektes, siehe dazu Seite 2 des Berichtes 2007.

Die deutsch und englisch abgefasste Homepage von An !dea wird weiterhin regelmäßig aktualisiert und laufend erweitert und bietet auch eine Suchmöglichkeit an.

Der VDM-Verlag Saarbrücken hat 2008 die Monographie „Umwelt­indikatoren in der Verkehrsplanung“ (ISBN 978-3-8364-9237-9) von Dr. Aschemann mit dem Untertitel „Analyse und Empfehlungen mit Schwerpunkt auf der strategischen Umweltprüfung“ publiziert.

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Vortragstätigkeit

An !dea’s Leiter, Dr. Ralf Aschemann, wurde im Berichtszeitraum eingeladen, auf Tagungen Vorträge zu halten und dort auch “paper“ bzw. Poster zu präsentieren. Als Beispiel für diesen Arbeitsbereich sei die Teilnahme an der 28. Internationalen Jahreskonferenz der “International Association for Impact Assessment“ (IAIA) genannt, die vom 4.-10. Mai 2008 in der westaustralischen Hauptstadt Perth stattgefunden hat. Neben einem Vortrag zu den Ergebnissen des CARDS 2003-Projekts mit Kroatien hat Dr. Aschemann bei dieser Veranstaltung, an der mehr als 700 Exper­tInnen aus aller Welt teilgenommen haben, als Mentor und Chair­man für verschiedene Workshops fungiert.

Die Konferenz stand diesmal unter dem Motto “Art and Science of Impact Assessment“ und kann als eine der bedeutendsten und wichtigsten Veranstaltungen im Forschungsbereich der Umweltfol­genabschätzung angesehen werden.

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Netzwerke
 

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Sonstige Aktivitäten

Im Berichtszeitraum wurde die COST 356-Aktion "EST - Towards the definition of a measurable environmentally sustainable trans­port" fortgesetzt, in deren Managementkomitee Dr. Aschemann als einer der beiden offiziellen Vertreter Österreichs - neben Univ.-Prof. Dr. Sturm von der Technischen Universität Graz - sitzt. Diese COST-Aktion dauert noch bis Anfang des Jahres 2010 und möchte einen fundamen­talen Beitrag dazu leisten, ökologisch nachhaltigen Verkehr mess­bar zu definieren (vor allem mittels der Verwendung von quantitativen und qualitativen Indikatoren). Näheres zu dieser COST-Aktion siehe unter der Webseite http://cost356.inrets.fr.

Dr. Aschemann hat im Jahr 2008 weiterhin Reviews für Fachzeit­schriften verfasst, drei Bakkalaureatsarbeiten der Umweltsystem­wissenschaften an der Universität Graz betreut, Veranstaltungen vorbereitet und durchgeführt und mehr.

Für das im Dezember 2006 gestartete 7. EU-Rahmenprogramm (RP7, Laufzeit bis 2013) ist Dr. Aschemann erneut als möglicher Evaluator (für die Begutachtung eingereichter Anträge von For­schungskonsortien für das RP7) für die Bereiche der Umweltver­träglichkeitsprüfung (UVP) und der strategischen Umweltprüfung (SUP) nominiert worden.

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Finanzierung

An dieser Stelle sei ausdrücklich denjenigen gedankt, welche die Arbeit von An !dea durch ihre Projektaufträge und sonstigen finanziellen Beiträge überhaupt erst ermöglichen.

Hier sind im Jahr 2008 vor allem zu nennen:

Rechtlich ist An !dea ein privates Forschungsinstitut, welches vom 2000 gegründeten gemeinnützigen Österreichischen Verein für die Entwicklung der Umweltfolgenabschätzung getragen wird.
Dessen Vorstand wird von zwei namhaften Persönlichkeiten gebildet, nämlich Univ.-Prof. Dr. Reinhold Lazar (Uni Graz) und der ehemaligen Nationalrätin (bis Okt. 2006) und Bürgermeisterin Heidrun Walther, die Dr. Ralf Aschemann als Geschäftsführer eingesetzt haben.

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